Studien, Konzepte, F+E und Beratung

Blick für das Ganze 

Energiemarkt, Energiewirtschaft, Energietechnik, Energiesystem, Kuppelprodukte, Versorgungskette … das sind nur wenige Schlagworte, die die Komplexität des hochgradig vernetzten Energiesystems beschreiben. 

Dass gerade die Fernwärme eine besonders komplexe Versorgungsoption im Energie-, speziell im Wärmemarkt darstellt, zeigen die vielzähligen Besonderheiten, die Fernwärme z.B. von Strom, Gas oder Heizöl unterscheiden: 

- Fernwärme ist oft ein Kuppelprodukt aus Strom, Wärme und ggf. Kälte – die Auswirkungen aller Energiemarktbereiche müssen beachtet werden.
- Fernwärme erfordert ein oftmals vermaschtes Verteilnetz, das jedoch räumlich begrenzt ist.
- Das Versorgungsmedium wird nicht verbraucht, sondern ausgekühlt und muss zur Quelle zurückgeführt werden.
- Fernwärme liefert ein veredeltes Endprodukt, dessen Bereitstellung im Versorgungssystem aus Primärenergie erfolgt – die Wertschöpfungskette ist also sehr lang.
- Fernwärme ist nur eine Option im Wettbewerb des Wärmemarktes – es gibt heute keine Alternative zum Strom, heizen kann man aber mit vielen Optionen. 

Darüber hinaus bietet die leitungsgebundene Wärmeversorgung die Möglichkeit, hocheffiziente KWK mit hohen Brennstoffausnutzungsgraden, Umweltwärme, (industrielle) Abwärme und auch solare Wärmeangebote in großem Maßstab zur Versorgung von Gebäude und Prozessen mit Heizenergie und Brauchwarmwasser zu nutzen. Daraus leiten sich die drei altbekannten Eigenschaften der leitungsgebundenen Wärmeversorgung ab: Sie ist besonders versorgungssicher, investitionsintensiv und dadurch im Vergleich sehr preiskonstant.
Diese Eigenschaften lassen Fernwärmesysteme einen berechtigten Platz in der Energieversorgung einnehmen. Erfordern aber zugleich in der Konzeption, im Auf- und Ausbau sowie in der Entwicklung der Systeme ein hohes Maß an Kenntnissen im Detail und über die komplexen systemischen Zusammenhänge – den Blick für das Ganze. 

Begonnen hat der Blick auf das Ganze in den Anfangsjahren der GEF mit der thermo-hydraulischen Berechnung von Leistungsnetzen. Aufgabenstellungen waren mit zunehmender Komplexität die Dimensionierung von Leitungen, die Prüfung von Ausbaumöglichkeiten, das Verständnis von Betriebszuständen, die Optimierung des Netz- und des Versorgungsbetriebes, die Umstellung von Dampfnetzen auf Heizwasser unter weitgehender Nutzung der vorhandenen Rohrleitungen. All das waren und sind Aufgabenstellungen, deren Ergebnisse sich massiv auf Investitionen und damit die Wirtschaftlichkeit einzelner Projekte oder ganzer Versorgungssysteme im komplexen Energiemarktumfeld auswirken. 

Auf die zunehmend umfangreicheren Fragestellungen und immer früher ansetzenden Entscheidungserfordernisse hat GEF reagiert, indem sie mehr Kompetenzen und Kapazitäten zur Beantwortung aufgebaut wurde. Beginnend mit einem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seit 1992 beschäftigen sich heute bis zu sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit strategischen, konzeptionellen und wirtschaftlichen Fragestellungen. 

Das Bearbeitungsspektrum umfasst heute:

- Die Erstellung gebäudescharfer Wärmebedarfs- und –verbrauchskataster.
- Die Konzeption von Wärmeversorgungskonzepten mit einer Differenzierung zwischen Gebieten mit Eignungen für leitungsgebundene Versorgungen und für andere Optionen inkl. verstärkter energetischer Gebäudesanierungen.
- Die Konzeption und Auslegung von Wärmenetzen beliebiger Größenordnungen.
- Die Berechnung und Optimierungsanalyse thermo-hydraulischer Netzbetriebszustände.
- Die Optimierung von Erzeugereinsätzen im Zusammenspiel mit vorhandenen Netzrestriktionen.
- Asset-Simulationen zur Ermittlung optimaler Sanierungszyklen und Wiederbeschaffungswerten.
- technisch-wirtschaftliche Due Diligence-Verfahren zur Bewertung von Wärmenetzen und Wärmeversorgungssystemen im Rahmen von Gestattungsübernahmen und Unternehmensakquisitionen.
- Organisationsberatung zur verbesserten Spartensteuerbarkeit in Querverbundsunternehmen.
- Die Entwicklung von Contracting-Konzepten für ganze Liegenschaftskomplexe.
- Die Erarbeitung und Umsetzungsbegleitung von technischen und wirtschaftlichen Turn Around-Prozessen zur Verbesserung der Spartenergebnisse.
- Die Begleitung der Beschaffung, Einführung und Expertenparametrierung verschiedenster Fachsoftwareprodukte zur Erzeugereinsatzoptimierung, Asset-Verwaltung und –Bewertung, thermo-hydraulischen Software, etc.
- Die Erstellung von Studien zu örtlichen, regionalen und nationalen Wärmemarktstrategien für Verwaltungen, Investoren, Gebietskörperschaften o.ä. 

Mit POLIS verfügt GEF über ein eigenes Programmsystem zur Optimierung lokaler Infrastruktursysteme – also ein Energiesystemmodell, mit dem lokale und regionale, komplexe Energiesysteme zur strategischen Entscheidungsfindung aus Kosten- oder Emissionssicht optimiert werden können. Damit können optimierte Zukunftssysteme unter gesetzten Randbedingungen ermittelt und die Entwicklung vom Ist-Zustand hin zum Zielzustand abgeleitet werden. Projektspezifisch werden wirtschaftswissenschaftlichen Ansätzen genügende Modelle zur Wirtschaftlichkeitsberechnung erarbeitet, die zeitlich hoch aufgelöst Entscheidungsgrößen wie Bar- oder Kapitalwert, interner Zinsfuß, Auswirkungen von Maßnahmen auf die Gewinn- und Verlustrechnung, Amortisationszeiten usw. erarbeitet. Insbesondere sind darin nicht zuletzt gesetzliche und fördermittelrelevante monetäre Auswirkungen berücksichtigt. Kleinere Werkzeuge zur vereinfachten Kreislaufberechnung von Dampfturbinenanlagen, zur Ermittlung synthetischer Jahresdauerlinien oder zur überschlägigen Wirtschaftlichkeit für kleine Netzentwicklungsgebiete ergänzen diesen Werkzeugschrank.

Bei den Partnern reicht die Auswahl von Fachverbänden, Beratungsunternehmen wie Ingenieurbüros oder unabhängigen Forschungseinrichtungen, über Anwaltskanzleien Wirtschaftsprüfungs- und -beratungsgesellschaften bis hin zu Forschungseinrichtungen wie Universitäts- oder Fraunhofer-Instituten. Je nach Aufgabenstellung oder auch Anforderungen der Auftraggeber bilden wir Arbeitsgemeinschaften, gehen wir in Kooperationen oder arbeiten einfach über gemeinsame Schnittstellen an den Projekten. Vorbehaltlos und in guter Partnerschaft steht das Finden der Lösung für den Auftraggeber im Fokus. 

Technische Unternehmensberatung
Eine ganz besondere Herausforderung sind Projekte an der Grenze zwischen technischer, organisatorischer und wirtschaftlicher Beratung. Solche in aller Regel vorstandsnahen Projekte gehen in die intimsten Details von Unternehmen, erfordern ein Höchstmaß an gegenseitigem Vertrauen und bedeuten für den Berater eine hohe Verantwortung. 

Ein solches Projekt durften wir 2012 für die Salzburg AG bearbeiten. Der Auftrag lautete ganz unverblümt: "Optimierung der finanziellen Fernwärmeergebnisse". Nicht zuletzt mit diesem Projekt ist GEF im Wettbewerb mit klassischen Unternehmensberatern angekommen. Das Referenzschreiben des Vorstandes steht für den Projekterfolg.